Bloggerin vs. Autorin – Das Interview

Seit einem Jahr sind die Autorin Sandra und die Bloggerin Sarah aka BookPrincess aktiv im „Bücherbusiness“. Zeit für ein ausführliches Interview. Und zwar… gemeinsam! Wir haben Euch aufgefordert, uns Eure Fragen zuzusenden und mit diesem Interview werden wir sie zusammen beantworten.

Wir, das sind:

Bloggerin BookPrincess aka Sarah

Sie stellt in ihrem Blog, unterstützt durch eine Facebook- und Instagramseite, ihren Leserinnen und Lesern die neuesten Buchtitel und ihre Lieblingsbücher vor, führt Interview- und Gastrezensionsreihen durch, bindet ihre Leser aktiv in Diskussionsrunden ein, teilt ihre Harry Potter-Liebe und taucht für ihr Leben gerne in Buchwelten ein. Sie ist sehr stolz auf ihre mehr als 1.000 Likes auf der Facebookseite.

Mehr Infos auf Ihrem Blog, ihrer Facebookseite und ihrem Instagram Account.

Autorin Sandra Meijer

Sie veröffentlichte ihre ersten beiden Romane binnen sieben Monaten als Selfpublisher. Ihr zweiter Roman ging bei einer Gratis-Aktion zur Veröffentlichung über 5.000 Mal über die Ladentheke. Im Blog auf ihrer Homepage berichtet sie über das Autorenleben. Sie lebt und arbeitet im Münsterland.

Mehr Infos auf Ihrer Facebookseite und ihrer Homepage.

Entstehung

@Beide: Warum habt Ihr mit dem Schreiben angefangen?

Sarah: Ganz einfach: Um mich mitteilen und meine Lieblingsbücher präsentieren zu können.

Sandra: Ich habe bereits in der Grundschule mit dem Schreiben angefangen. Dort war ich in einer „Märchen AG“. Das Schreiben liegt mir also schon lange im Blut. Seitdem hat es mich auch nie verlassen. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre eher Gedichte geschrieben oder kurze Geschichten. Nichts davon wurde veröffentlicht. Erst 2014 habe ich dann die ersten Seiten für meinen Roman „Jackpot! Und alles wird anders“ geschrieben. Und auch da hat es eine Weile gedauert, bis ich erkannte, dass sich tatsächlich ein Roman entwickelt. Zu Anfang war es eher eine Schreibübung.

@Beide: Wie läuft die Ideenfindung bei Euch? Krasses Brainstorming oder Zufall?

Sarah: Bei Projekten ist es eher der Zufall, denn bei meinen bisherigen Blogger-Projekten war es tatsächlich so, dass ich gewissermaßen mit der Idee aufgewacht bin, ein oder zwei Tage darüber nachgedacht habe und es dann in die Tat umgesetzt habe. Bei Rezensionen mache ich mir dann doch ein paar mehr Gedanken, da kann es schon mal sein, dass ich an einer Rezi mehrere Tage schreibe, bis sie für mich rund ist.

Sandra: Das war bei meinen beiden veröffentlichten Romanen ziemlich unterschiedlich. Den ersten Roman habe ich als „Schreibübung“ begonnen. Ich hatte mit meinem besten Freund eine Reise durch Südeuropa geplant. Diese Reise ist allerdings aus verschiedenen Gründen ins Wasser gefallen. Für die Schreibübung habe ich dann die Reiseführer wieder zur Hand genommen und es entwickelte sich die Geschichte von Alex und ihrem Lottogewinn daraus. Beim zweiten Roman „Das Blumentattoo“ war es eine Szene der Geschichte, die ich plötzlich vor Augen hatte, beim Musik hören im Wagen. Sie wurde von mir noch etwas umgewandelt, gab aber letztlich dann den Startschuss für den zweiten Roman.

@BookPrincess: Warum hast Du Dich für einen Blog entschieden?

Warum nicht? Bloggen macht tierisch Spaß und wer viel liest und gerne seine Meinung der breiten Leserschaft zur Verfügung stellen möchte, braucht dafür eine Plattform, wo er diese Meinung sammeln kann: Der Blog.

Ich habe im Juni letzten Jahres meine Facebook-Seite unter dem Namen Sarah’s Bücher Paradies veröffentlicht, ein paar Wochen später kam der Blog dazu und schließlich auch die erste richtige Rezension. Zum Jahreswechsel wollte ich, dass mein Blog ein wenig professioneller wird, somit habe ich nicht nur den Namen in BookPrincess by Sarah geändert, sondern auch mein Layout komplett geändert und viele schöne neue Fotos gemacht.

@BookPrincess: Was waren die Gründe für die Entwicklung Deines Blogs?

Da ich ja in die Welt der (großen) Verlage einsteigen möchte, sind gewisse Kriterien für eine Bewerbung zu erfüllen, zum Beispiel: Bestehen des Blogs länger als ein Jahr, regelmäßige Beiträge, eine große Follower-Zahl im Bereich Social Media. Um diese Ziele zu erreichen, muss ein Blog wachsen und gedeihen, damit die Leser auch auf den Blog finden und vor allem gerne dableiben.

@BookPrincess: Was war das erste Thema über das Du berichtet hast?

Im Herbst letzten Jahres ist das Skript vom Theaterstück Harry Potter and the Cursed Child erschienen. Eine Followerin fragte mich, was ich von so einer Fortsetzung halten würde. Der Beitrag dazu war dann der erste, in dem ich meine Meinung erläutert habe, abgesehen von normalen Rezensionen. Zu dem Buch habe ich später mit der Bloggerin Marie-Luise von Tintenkinder eine Leserunde veranstaltet. Das hat echt Spaß gemacht, das Buch gemeinsam mit so vielen Teilnehmern zu lesen und gemeinsam nach Hause zu fahren.

@SandraMeijer: Wo sammelst Du die Inspirationen?

Seit die beiden Romane da sind, stürzen die Ideen nur so auf mich ein. Meistens durch Begegnungen mit Personen oder beim Erleben von Situationen. Das können Millisekunden sein, die sich dann in mir direkt zu einer Storyline entspinnen. Allerdings wird nicht aus jeder Idee auch ein Roman. Beispielsweise bist Du morgens beim Bäcker und der Wartende vor Dir kommt Dir etwas zwielichtig vor. Was wenn es ein Geheimagent ist? Was würde der morgens beim Bäcker machen? Wo kommt er her? Wo will er hin? Wieso macht er etwas, dass so banal ist, wie Brötchen kaufen?

@SandraMeijer: Wenn Du eine Idee im Kopf hast, wie machst Du von da aus weiter?

In der Regel gebe ich den Gedanken ein paar Tage oder Wochen Zeit in meinem Kopf zu wachsen. Von einer einzelnen Szene entspinnt sich dann langsam ein Faden, wie ein Spinnennetz. Es entstehen Figuren und Situationen. Die Szenen oder die Idee werden durch mich immer wieder geprüft. Passt das zusammen? Macht es Sinn? Ich verwende vor allem gerne Zeit mit der Entwicklung von Figuren. Diese zu formen, bis – zumindest gedanklich – ein kompletter Charakter entstanden ist, ist eine wirklich sehr spannend. Man verbringt dann viel Zeit mit diesen Charakteren und sie kommen einem fast schon real vor. Entsprechend sollte man diese auch so realitätsnah wie möglich gestalten. Ein Charakter, der unnatürlich wirkt, wird beim Leser / der Leserin auch nicht wirklich für Begeisterung sorgen.

@SandraMeijer: Wie nah spielen deine Geschichten an der Realität? Hast du selber kleine Szenen erlebt?

*lacht* Nein. Leider habe ich (noch) nicht im Lotto gewonnen wie Alex in „Jackpot“ und zum Glück habe ich auch nicht so heftige Geschichten erlebt wie Chucco und Rosalie in „Das Blumentattoo“. Aber es gibt durchaus Charaktereigenschaften an Figuren oder Szenen in den Romanen, denen ich so oder so ähnlich schon mal begegnet bin. Zum Beispiel sagen mir meine Freunde immer wieder, dass ich Alex sehr viel von mir mitgegeben habe (was mir schmeichelt, ich jedoch anders sehe). Und ein Teil vom Roman „Das Blumentattoo“ spielt im niederländischen Zeeland, einem meiner absoluten Lieblingsorte.

Arbeit

@BookPrincess: Wie beginnt man seinen Blog am Besten? Wie baut man sich ein eigenes Netzwerk auf?

Also ich war vor dem Bloggerleben zwei Jahre in ein paar Büchergruppen unterwegs und habe so (unbewusst) meine Freundesliste mit Bücherfans gefüllt. Als ich dann meine Facebookseite eröffnet habe, habe ich alle meine Facebook-Freunde eingeladen und den Link in ein paar Gruppen geteilt und schwupps hatte ich die ersten 100 Follower auf meiner Seite. Der eigentliche Blog folgte ein paar Wochen später.

Nach jetzigem Wissen würde ich allerdings zuerst den Blog eröffnen und danach die Facebook-Seite und andere Social Media Kanäle. Dennoch bleiben Kontakte, wie die Leute in meiner Freundesliste, super wichtig, um einen Anfang schaffen zu können. Dazu gehört natürlich die Werbung in entsprechenden Gruppen.

Wenn man ein paar Wochen/Monate dabei ist, würde ich jedem empfehlen, sich noch mehr mit anderen Bloggern und Autoren zu verknüpfen, da hier ganz tolle Bekanntschaften und auch Freundschaften entstehen können, woraus gemeinsame Aktionen wie dieses Doppel-Interview hier entstehen können. Auch so baut man sich Stück für Stück sein Netzwerk weiter auf.

@BookPrincess: Wie erfolgt die Auswahl der Bücher über die Du berichtest?

Ich lese das, was ich möchte. Wer hätte das gedacht? Haha. Wenn man verschiedenen Bloggern folgt und in Büchergruppen unterwegs ist, Newsletter von Verlagen bekommt, dann wächst die so genannte Wunschliste an Büchern ganz schön schnell. Darauf landen aber bei mir nur die Bücher, die ich wirklich lesen möchte, ab und zu muss auch ausgemistet werden.

Wenn ich ein Rezensionsangebot bekomme, spielen mehrere Faktoren eine Rolle, ob ich das Buch lesen und rezensieren werde und möchte, oder nicht: Habe ich genug Zeit? Wie viele Bücher muss ich vorher noch lesen? Interessiert mich das Buch wirklich? Klingt der Klappentext spannend? Gibt es das Buch als Print oder als E-Book?

@BookPrincess: Wie treten Selfpublisher an Dich heran, wie Verlagsautoren?

Selfpublisher fragen öfter mal an, bei mir bisher nur über Facebook. Die meisten schreiben nur was im Sinne von: „Hallo, ich bin ein neuer Autor und wollte fragen, ob du Lust hast mein Buch xy zu rezensieren?“

Ganz ehrlich? So sehr ich mich darüber freue, dass meine Meinung geschätzt wird und dass der Autor mir sein Buch zur Verfügung stellen möchte, ich fände es doch sehr schön, wenn man sich bei so einer Anfrage ein klein wenig mehr Mühe geben könnte. Natürlich lese ich gerne und viel und freue mich sehr, wenn man mich überhaupt fragt, aber es gibt so ein paar Punkte, die ich von Autoren erwarte: Sprecht mich doch bitte mit Namen an. Es ist wirklich nicht schwer, meinen Namen rauszufinden. Außerdem wäre es schön, wenn man sich kurz vorstellt mit zwei/drei Sätzen, dann das Buch und dann lieb fragt, ob ich Lust und Zeit habe, das Buch zu lesen und zu rezensieren.

Meiner Erfahrung nach läuft das bei Verlagsautoren eher anders herum, denn da fragt der Blogger beim Verlag an, ob er das Buch als Rezensionsexemplar bekommen darf.

@BookPrincess: Wie gestaltest Du Deinen Blog um ihn interessant zu halten? Gibt es Sonder-Projekte?

Auf meinem Blog finden die Leser neben vielen Rezensionen auch Interviews mit Bloggern und Autoren, Gastrezensionen, Beiträge, in denen ich meine Meinung zu einem bestimmten Thema darstelle, weihnachtliche Aktionen, Blogtouren und Blogparaden. Ich liebe es, von Zeit zu Zeit Projekte mit anderen Bloggern oder mit Autoren zu entwickeln, so wie dieses schöne Interview.

@Beide: Was ist euch beim Schreiben des ersten Buches/Textes durch den Kopf gegangen?

Sarah: Sinngemäß ziemlich genau folgendes: „Oh Gott, wie schreibe ich das denn jetzt am besten? Ist das in Ordnung, wenn ich so oder so anfange? Ob das überhaupt jemand lesen will? Das interessiert bestimmt niemanden. Wer will das denn lesen?“

Sandra: „OH MEIN GOTT!!! Das könnte tatsächlich ein richtiger Roman werden!“ Nachdem ich im Sommerurlaub 2014 angefangen hatte – aus Langeweile – ein paar Seiten runter zu schreiben, merkte ich etwa bei Seite 100, dass das vor mir mehr war als eine Schreibübung.

@Beide: Wo schreibt Ihr am liebsten?

Sarah: Meine Beiträge und Rezensionen schreibe ich alle an meinem schönen Schreibtisch, auf dem mein Laptop steht. Wenn das Wetter schön ist, auch gerne mal im Garten.

Sandra: Ich schreibe am allerliebsten draußen in der Natur. Im Garten. Auf der Terrasse. Ich bin ein absoluter Sommermensch und warme Sonne auf der Haut, die Ruhe und Grün um mich herum ist mir am allerliebsten. Da kann ich dann am allerbesten abtauchen in die Geschichten und stundenlang vor mich hin schreiben.

@Beide: Wie viele Stunden Arbeit steckt Ihr per Woche in Euren Blog / Eure Bücher?

Sarah: Da ich nicht nur den Blog, sondern auch Facebook und Instagram betreue, würde ich sagen (Schande über mein Haupt), dass ich beinahe daueronline bin. Für eine Rezension brauche ich im Schnitt eine Stunde, für Facebookbeiträge und das Reagieren auf Kommentare, das Lesen von anderen Blogs, das Kommentieren bei anderen Blogs, Aktionen planen und durchführen, deutlich mehr. Genau kann ich das also leider nicht sagen, aber bestimmt so um die 15 bis 20 Stunden pro Woche. Ich werde demnächst mal eine Uhr mitlaufen lassen, hihi.

Sandra: Die Bücher schreibe ich nicht jede Woche. Für das Arbeiten an einem Roman muss ich mich schon ein paar Stunden dran setzen. Es braucht ein wenig wieder in die Welt des Romans einzutauchen, um dann zu schreiben. Allerdings begleitet er mich zumindest gedanklich sehr wohl (fast) jeden Tag. Allerdings stecke ich auch viel Zeit in das ganze Drumherum. Facebook, Internetseite, Instagram, … da gibt es auch viel zu tun. Ich denke im Schnitt werden es gut fünf bis zehn Stunden in der Woche sein, die ich für „Sandra Meijer“ nebenbei arbeite. Wenn ich mich dann aber wieder an einen Roman setze, kann das dann auch schnell mal jeden Tag acht bis zehn Stunden dauern.

@Beide: Was macht Ihr wenn Ihr mal nicht weiter kommt?

Sarah: Ich lege dann einfach eine kreative Pause ein, in der ich vorbereitete Rezis poste und dann ist meine Kreativität wieder da.

Sandra: Hmm. Meistens hilft schon mal ein Blick in eine andere Richtung. Wenn es mit dem Roman mal grad etwas stockt, lohnt es sich einen kurzen Spaziergang zu machen oder für diesen einen Tag die Arbeit ruhen zu lassen. Wenn man sich an einer Situation „festbeißt“ hilft das meist beim Arbeiten überhaupt nicht.

@Beide: Was nervt Euch bei der Arbeit als Bloggerin / Autorin?

Sarah: Manchmal sind die Ideen für was Neues einfach nicht da und manchmal sprudeln sie aus mir heraus. Ich fände es doch sehr schön, wenn es da mal ein Gleichgewicht an Ideen gebe. Oder vielleicht sollte ich mir mal eine Liste anfertigen für nicht ganz so kreative Phasen? Hihi.

Sandra: Die vielen „guten Ratschläge“ von Leuten, die neidisch auf Dich sind. Also keine wirklich ernst gemeinten Ratschläge, sondern solche die beginnen mit „So wie Du das machst, ist es total falsch!“. Das nervt mich sehr. Es gibt so viel Oberflächlichkeit und Neid unter Autoren. Was ich überhaupt nicht verstehen kann. Allerdings nervt mich das überall, nicht nur beim Autorenleben.

@Beide: Was sind Deine Highlights dabei?

Sarah: Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn jemand auf meinem Blog meine Beiträge kommentiert und man so in einen tollen Austausch kommt. Natürlich freue ich mich auch über jeden Kommentar auf Facebook, aber auf dem Blog ist es eben doch etwas Besonderes, da sich nicht ganz so viele Leser hierher verirren.

Ein zweites Highlight ist, wenn jemand eine ehrlich gemeinte Bewertung auf meiner Facebook-Seite schreibt, die mich strahlen lässt. Wer freut sich denn nicht riesig über ein Lob, hihi.

Sandra: Uh… die hier aufzuführen würde ein wenig den Rahmen sprengen. Ich bin so super happy über die vielen kleinen und großen Begegnungen und Erlebnisse, die ich dank meiner Romane erleben darf! Es ist wirklich eine absolut spannende Reise, die so oft unverhoffte Abenteuer mit sich bringen. Aber eines der absoluten Highlights war es mit 34 Jahren den ersten eigenen Roman in den Händen zu halten und in den Schrank stellen zu können. Ist unfassbar toll!!!

@SandraMeijer: Wieviel recherchierst Du durchschnittlich für ein Buch?

Das liegt ein wenig an der Geschichte. Aber schon sehr viel. Beim ersten Roman war das vor allem Recherche zu Orten und Landschaften. Ich habe viele Stunden mit Reisebüchern und dem Internet verbracht, um die Reise durch Südeuropa möglichst realitätsnah schreiben zu können. Beim zweiten Roman ging es dann bei der Recherche vor allem um die Arbeit der Polizei, der Kriminaltechnik und um Psychologie. Meine beiden Hauptprotagonisten haben schließlich schwere Schicksalsschläge hinter sich. Also in der Regel wird alles, was Du nicht weißt, zur Recherche. Orte, Berufe, Abläufe, Zusammenhänge, Geschichtliches …

Sarah: Ich beziehe die Frage jetzt einfach mal auf das Schreiben von Rezensionen, denn da recherchiere ich immerhin auch, wer das Buch wann geschrieben, wo veröffentlicht hat, wie viele Seiten es hat und was es kostet.

@SandraMeijer: Ist Dir eine gründliche Recherche wichtig oder schreibst Du aus dem Bauch heraus?

Ja und nein. In der Regel versuche ich die Recherche vor dem Teil des Romans abzuschließen, in der sie gebraucht wird. Denn wenn Du an einem Punkt ankommst und dann erst mal recherchieren musst, müsstest Du aus der Story komplett wieder raus. Beispielsweise habe ich erst viel über Barcelona recherchiert, bevor ich Alex auf ihrer Reise diese Stadt besuchen ließ. So kannte ich mich auch schon sehr gut aus und konnte die Situation besser beschreiben. Wenn ich da erst mit der Recherche begonnen hätte, wäre das sicherlich schwieriger gewesen. Aber wenn das erledigt ist, wird aus dem Bauch heraus geschrieben.

@SandraMeijer: Wie lange arbeitest Du an einem Buch?

Meine beiden Romane haben bei der Entwicklung jeweils etwa ein Jahr gebraucht. Von der ersten Idee bis hin zum fertigen Buch. Das liegt aber auch daran, dass mir nicht immer so viel Zeit bleibt wie ich gerne hätte. Man braucht viel Zeit und Ruhe um einen Roman zu schreiben. Da sind schnell mal einige Stunden weg. Das gelingt mir nicht immer im Alltag. Also sind so ziemlich alle Urlaube und langen Wochenenden dann letztlich für das Schreiben drauf gegangen in der Zeit. Da braucht es schon ein wenig Durchhaltevermögen.

@SandraMeijer: Schreibst Du einfach runter oder plottest Du erst die ganze Geschichte?

Ich entspinne meine Storyline schon vorher. Allerdings eher Eckpunkte. Ein Grundgerüst. Die ich dann beim Schreiben nach und nach ablaufe. Das ist aber ein laufender Prozess beim Schreiben. Ganz zu Beginn stehen dann vielleicht 20% der Geschichte fest. Der Rest entwickelt sich beim Schreiben. Ich mag es, da das Schreiben dadurch ähnlich wie beim Lesen später wird. Ich weiß am Anfang eben auch nicht, wohin sich das Ganze dann noch entwickelt.

@SandraMeijer: Was hat es auf sich damit, ein offenes Pseudonym zu haben?

Es ist gar nicht so leicht mit einem Pseudonym zu arbeiten, wenn man ganz am Anfang steht. Ich hatte mich für ein Pseudonym entschieden, da ich das Schreiben und meinen beruflichen Alltag gerne voneinander getrennt halten wollte. Ich wollte nicht von Kunden im Büro auf meinen Roman angesprochen werden. Doch um ein Pseudonym eintragen lassen zu können – und damit dann wie einen tatsächlichen Namen nutzen zu können – muss man einen „Nachweis erbringen, dass man Künstler ist“. Zu Beginn meiner Karriere war mir das nicht möglich, da ich ja noch nichts veröffentlicht hatte. Hinzu kommt dann die Impressumspflicht für eine Homepage in Deutschland. Wer eine Homepage betreibt, die keinen reinen privaten Charakter hat, ist dazu verpflichtet eine ladungsfähige Anschrift einzutragen. Mit dem nötigen Kleingeld gibt es Möglichkeiten, dies zu umgehen. Ich habe mich jedoch letztlich dagegen entschieden. Und direkt nach dem ersten Zeitungsartikel war es dann auch unnötig. Denn der Journalist hatte nicht nur mein Pseudonym und richtigen Namen genannt, sondern sogar meine Adresse. Tja. Künstlerpech! *grins* Heute bin ich sehr stolz. Auf mein Pseudonym und auf meine Arbeit. Also, was solls?

@SandraMeijer: Wie hast du einen Verlag gefunden ?

Mit großen Träumen und noch größerem Ehrgeiz habe ich nach Fertigstellung meines Romans (Ende 2015) das Internet durchforstet nach möglichen Verlagen und habe etwa dreißig von ihnen angeschrieben. Bei den meisten warte ich bis heute auf eine Antwort. Ab und an trudelt nochmal eine ein. Aber das scheint „normal“ zu sein. Auf ihren Seiten haben die Verlage fast überall einen Text stehen, der sinngemäß sagt, wenn man binnen x Wochen keine Antwort von ihnen bekommt davon ausgehen kann, dass man kein Interesse an mir und / oder meinen Roman hat. Ich habe mich dann sehr intensiv mit dem Phänomen Selfpublishing auseinander gesetzt und mich Anfang 2016 für den Verlag Books on Demand entschieden. Dieser Verlag druckt die Bücher bei Bestellung und stellt die Ebooks den verschiedenen Onlineshops zur Verfügung. Heute bin ich daher mein eigener Chef beim Schreiben! *grins*

Erfolg (Fragen an Beide)

Wer hat das Gefühl unter einem größeren Druck zu stehen; der Autor, der seine Kundschaft/Leserschaft mit neuen Leckerlis versorgen will oder der Blogger, der seine Anhänger unterhalten und nicht verlieren will? Beim Schreiben geht man oft Kompromisse zwischen den eigenen Vorstellungen und den Wünschen der Leser bzw. der Resonanz ein. Welcher dieser Kompromisse nervt Euch am meisten?

Sarah: Hm, also aus meiner Sicht würde ich fast sagen, dass der Blogger unter größerem Druck steht. Denn das Buch eines Autors ist irgendwann veröffentlicht, natürlich gehört auch da Werbung machen dazu, aber das Buch bleibt das Buch und der Autor schreibt „nur“ neue Bücher, hihi. Der Blogger allerdings kann ganz schnell weg vom Fenster sein oder es auch gar nicht erst schaffen, wenn er nicht regelmäßig Beiträge auf dem Blog und vor allem im Social Media Bereich bringt. Wenn die Beiträge irgendwann nicht mal mehr im Newsfeed bei den Followern angezeigt werden, verabschieden sich auch mal der ein oder andere von der Seite bzw. es kommen keine Neuen hinzu.

Sandra: Wenn man es als Autor beginnt so zu sehen, wird es schwierig. Und ich habe diese Phase jetzt gerade (hoffentlich) hinter mir. Ja. Man fängt dann irgendwann an darüber nachzudenken, was die Leser gerne hätten. Warum sich ein Roman verkauft und warum nicht. Aber letzten Endes ist das alles unwichtig. Es geht darum eine Geschichte zu erzählen. Und wenn es Leute gibt, die das lesen wollen ist es toll.

Was war die schönste Begegnung mit Euren „Fans“?

Sarah: Letzte Woche habe ich tatsächlich die 1.000. Followerin auf meiner Seite begrüßt, ich hätte nie gedacht, dass dieser Traum irgendwann real wird. Selbstverständlich habe ich einen Dankes-Post verfasst und die Reaktionen meiner lieben Leser war so schön. Jedes „Herzlichen Glückwunsch“, jedes Lob, jeder freudige Smiley hat mein Herz hüpfen und mich selbst verrückt im Kreis rennen lassen. Danke, danke, danke.

Sandra: Ich hatte eine total schöne Begegnung mit einer Leserin. Mein zweiter Roman war gerade raus gekommen und ich hatte eine Gratis-Aktion gestartet. Das Ebook zu „Blumentattoo“ war für vier Wochen gratis erhältlich. Ich erhielt über meine Facebook Seite unter anderem eine Anfrage von einer Leserin, die nicht genau wusste wo und wie sie das Ebook erhalten konnte. Ich habe ihr es dann erklärt. Das war an einem Sonntagvormittag. Am Abend schrieb sie mir dann eine sehr lange, emotionale und wunderschöne Mail. Sie hatte den Roman bereits ausgelesen und war so begeistert, dass sie mir das gerne mitteilen wollte. Ich war mega gerührt. Habe ein paar Tränchen verdrückt. Das war ein total tolles Erlebnis. Wir haben uns dann auch einige Zeit später persönlich getroffen und sie hat selbstredend den Roman als Taschenbuch mit persönlicher Widmung von mir geschenkt bekommen.

Wer sind Eure Vorbilder?

Sarah: Hermine Granger, ja tatsächlich haha, die immer fleißig ist, alles schafft, was sie sich erträumt und niemals aufgibt.

Beim Bloggen sind es die großen Blogger, die die schon seit Jahren dabei sind, nie aufgegeben haben, die sehr, sehr viel Arbeit in ihre Blogs gesteckt haben, die ein riesiges Bücherregal besitzen, die mega gute Rezensionen schreiben, die viele Leser erreichen können und die trotz allem super, super sympathisch sind.

Sandra: Ich habe keine Vorbilder nach denen ich mich richte. Aber es gibt natürlich Größen, die ich beeindruckend finde. Joanne K. Rowling zum Beispiel ist für mich eine der größten Autoren überhaupt. Was sie mit den Harry Potter Romanen geschaffen hat ist unvergleichlich.

Kann man vom Autoren- / Bloggerdasein leben? Verdient man genug?

Sarah: Wenn man sich beispielsweise Mode-Blogger oder Fotografie-Blogger anschaut, dann weiß man: Ja, man kann unter Umständen recht viel Geld mit dem Bloggen verdienen. Es gibt ja nicht umsonst Vollzeit-Blogger. Bei Buch-Bloggern ist dies meines Wissens nach bisher eher verpönt und auch gar nicht möglich, denn das Geschäft läuft ja eher zwischen dem Verlag und dem Blogger beziehungsweise zwischen dem Autor und dem Blogger, indem der Autor oder Verlag dem Blogger ein Buch kostenfrei zur Verfügung stellt und der Blogger dieses Buch bespricht und somit Werbung dafür macht.

Sandra: *lacht* Ich habe irgendwann mal ein paar Zahlen dazu recherchiert, weil die Frage eigentlich bei jeder Lesung mal auftaucht. Ich weiß nicht, wie aktuell die Zahlen noch sind, aber nur um mal ein Gefühl dafür zu bekommen: Bekannte Autoren verdienen etwa 20.000 bis 25.000 Euro per Jahr. Die zehn Topverdiener in Deutschland teilen sich 41% der Gesamteinnahmen. Wenn man also zu den Top 10 gehört, kann man das sicherlich. Aber andernfalls… Ich kann es leider nicht.

Was würdet Ihr gerne mal erreichen mit Eurem Blog / Büchern?

Sarah: Mein Traum ist es, für die großen Verlage bloggen zu dürfen. Tatsächlich habe ich die meisten Voraussetzungen dafür seit ein paar Tagen erreicht, jetzt fehlt nur noch der Mut, mich zu bewerben, hihi.

Sandra: Ich möchte Menschen berühren mit meinen Worten. Das ist mir bereits gelungen und darauf bin ich sehr stolz. Das darf gerne so weiter gehen.

Habt Ihr ein Geheimrezept für Euren Erfolg?

Sarah: Ein Geheimrezept gibt es leider nicht, danach habe ich auch schon mehrere Stunden vergebens gesucht. Meine Tipps an alle startenden Blogger: Aktiv sein, Vernetzen, Projekte realisieren, viel lesen, möglichst gute Rezensionen schreiben, aber sich selbst treu bleiben.

Sandra: Sei Du selbst! Und mach, was DU allein für richtig hältst!

Person (Beide)

Wie viele Bücher besitzt Ihr?

Sarah: Wenn ich meine Kinderbücher und die Sach- und Schulbücher nicht mitzähle, habe ich ganz genau: 178 Print-Bücher und 4 E-Books. Wobei man dazu sagen muss, dass ich vor ein paar Wochen aufgrund von Platzmangel kräftig ausgemistet habe und alle Bücher losgeworden bin, von denen ich weiß, dass ich sie nicht noch einmal lesen werde.

Sandra: Ich denke bei mir stehen etwa zwei oder drei Umzugskartons mit Büchern. Zusätzlich habe ich ein Regal voll und ein beachtliches Archiv in der Kindle Cloud. Aber seit ich schreibe lese ich sehr wenig andere Romane. Höchstens mal aus Recherchezwecken. Wenn ich mal die Zeit habe, verbringe ich die eher mit meinen Protas und deren Geschichten.

Welches Buch hat Euch wozu inspiriert?

Sarah: Die Lux-Series von Jennifer L. Armentrout haben mich tatsächlich zum Bloggen gebracht, da die Protagonistin Katy eine BookTuberin ist. Ich gestehe, dass ich bis heute keine Rezension darüber geschrieben habe. Sollte ich wohl mal nachholen. Seit neuestem inspiriert mich aber auch Loving von Katrin Bongard zum Bloggen, da auch ihre Protagonistin bloggt. Das wunderschöne Buch Rockherz von Alexandra Fischer inspiriert mich zum Mutig sein und zum Leben meiner Träume.

Sandra: Es gibt eine Verfilmung der Romanreihe um Jack Reacher von Lee Child. Auf der DVD gab es ein Interview mit dem Autoren. Das zu sehen gab für mich den endgültigen Entschluss mit meinen Romanen an die Öffentlichkeit zu gehen. Er hat darin beschrieben wie es für ihn ist ein Autor zu sein und ich konnte bei jedem Wort nur zustimmend nicken.


Vielen Dank für Eure Unterstützung und Eure tollen Fragen! Uns hat das Interview viel Spaß gemacht!

Gruß

Sarah & Sandra

One Reply to “Bloggerin vs. Autorin – Das Interview”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.