So geht das aber nun wirklich nicht!!!!

Hallo Ihr Lieben!

Da sind wir wieder. Gemeinsam an einem Dienstagabend entspannen wir uns bei einer Tasse Tee und lassen die Tage und Stunden an uns vorüber ziehen. Ganz entspannt blättern wir so durch das Internet und dann…. DAFS!

Neulich auf Facebook stolperte ich in einer neu entdeckten Gruppe über einen Blogpost einer sehr bekannten Autorin. By the way… ihr bin ich auch persönlich schon begegnet auf der LBM. haha! Musste schon ein wenig lächeln, als die bekannten Gesichter und Namen wieder auftauchten, war der Blogeintrag über diesen Besuch ja noch gar nicht soooo alt. Aber mal wieder schweife ich ab.

Nun, in ihrem Blogeintrag hatte die Autorin beginnend mit den Worten „… was man als Autor auf gar keinen Fall machen darf…“ (O-Ton) Stellung bezogen zu ein paar handwerklichen Kniffen, die man ihrer Meinung nach nicht benutzen sollte. Im Folgenden beziehe ich mich gar nicht unbedingt auf diesen Blogeintrag. Ich habe dazu an gegebener Stelle reagiert. Allerdings mag ich hier mal ein wenig ausschweifen über diese Art der Belehrung wenn Autoren so unter sich sind…

Bei Ratschlägen, die damit anfangen, dass man etwas SO auf gar keinen Fall machen darf, oder dass DAS ja wohl mal so gar nicht da hin gehört, da werde ich immer schnell hellhörig. Nicht nur im Autoren-Dasein, aber das ist immer ein SO schönes Beispiel. 🙂 Der Klassiker unter diesen Punkten: der Rächtschreibfehler.

Puh.

Ja. Wir alle sind nur Menschen und machen Fehler. Und auch ein Rechtschreibfehler kommt selbst mir – die ich täglich mit vielen Worten zu tun habe, auch außerhalb meiner Autorinnenwelt – ab und an mal unter. Und bevor ich diesen Post schreibe, habe ich noch schnell die Fehler entfernt, die mir in den anderen Blogeinträgen aufgefallen sind.

Und ja!!!! Ein Roman sollte unbedingt ohne Rechtschreibfehler auskommen!!! Das ist der Grund, warum ich ihn mindestens drei Mal kontrolliere und meine liebste und beste Freundin (ebenfalls wortgewandt in ihrem Job unterwegs ist) es ebenfalls nochmal gegenprüft. Und trotzdem… ab und zu bleibt mal einer übrig. Und nein… ich finde, es ist kein Weltuntergang. Im Gegenteil. Als ich meinen ersten Fehler in meinem ersten Roman gefunden habe, war ich mega happy!!! Nicht weil dort ein Fehler war, sondern weil ich den Fehler in dem Moment kannte! 🙂 Danach war alles wesentlich entspannter.

Nun denn… ich wiederhole gerne, was eine Autorin mir dazu mal sagte. „Die Leute zahlen nicht für Rechtschreibfehler. Sie haben Perfektion verdient.“ Stimmt. Und ein Text, der so voller Fehler strotzt, dass er nicht mehr lesbar ist… der ist schlecht. Vermutlich. Aber ab und zu mal ein Fehler… ich meine… Kommt schon!

Zweitausend Euro. So viel hätte es mich gekostet, hätte ich meinen Roman von einem Lektor prüfen und korrigieren lassen. Also grob. Klar, das hätte man machen können. Aber … woher nehmen, wenn nicht stehlen? Und ob es dann dort am Ende nicht doch ein kleiner Fehler geschafft hätte zu überleben, halte ich für fragwürdig.

Ich habe mich also bewusst dagegen entschieden. Und ich finde nicht, dass es dem Roman / der Geschichte / den Figuren irgendeinen Makel anlastet, wenn dort mal ein Fehler im Text ist. Im Gegenteil. Es macht mich zum Menschen. Und ich finde es schade, wenn sich Autorinnen und Autoren wegen sowas schlaflose Nächte machen… Und noch viel furchtbarer, wie viel Geld viele von ihnen investieren, auf Grund von genau solchen Sprüchen. Du musst! Anders geht es nicht!!!

Und dabei rede ich beileibe nicht (nur) von Rechtschreibfehlern. Nehmen wir alleine das Buchcover….

Erster Entwurf zu Titel und Cover von „Das Blumentattoo“

… ja!! Es hätte schöner werden können. Ist es auch! Mit der Hilfe und der Unterstützung meiner Freunde und einer tollen Fotografin:

Letztliche Titelgestaltung von „Das Blumentattoo“

Aber es ist von mir! Ich habe keiner Firma tausende Euro dafür bezahlt, dass sie es gestalten und entwerfen. Nicht, dass sie nicht ihre Daseins-Berechtigung haben!!! Klar, dass man Profis engagiert, wenn man sich Profis leisten kann!

Ich habe eine Autorin getroffen, die mir gesagt hat, jedes ihrer veröffentlichten Bücher hat sie einen Kleinwagen gekostet. Und dass sie das „natürlich“ (noch) nicht wieder reingeholt hat mit den Buchverkäufen.

Geht es da noch darum, ob sie eine Geschichte erzählen kann oder nicht? Und welche Geschichte? Geht es da noch darum, ein Gaukler zu sein, der durch die Lande zieht, um seiner Fantasie in Worten eine Leinwand zu geben? Oder geht es dann irgendwann da nur noch um die reine Existenzfrage….? Und ab wann ist es Abzocke? Jemand zu sagen, er müsse erst mal zehntausend Euro finanzieren, bevor er mitspielen darf.

Ich lehne mich hier gar nicht aus dem Fenster!!! Ich mache nicht alles richtig. Ich mache viele Fehler. Ich könnte mich noch sehr stark verbessern. Aber ich habe immer mein Bestmögliches getan. Für mich. Für meine Figuren und für meine Romane. Und all das habe ich mit eigener Hände Arbeit gemacht. Und nur vielleicht macht mich das nicht zu einer Bestseller-Autorin…. okay! Nicht schlimm!! Ich liebe jeden meiner Fehler und lache darüber. Ich korrigiere sie und mache sie nicht noch mal… so ist das nämlich mit Fehlern. Wir lernen daraus.

Mein Eindruck ist: Wenn es diesen einen Plan geben würde, diese eine Marschrichtung, die wir alle nur laufen müssten um es RICHTIG zu machen. Wenn es einfach nur diese zehn Regeln zu befolgen gäbe… würden wir dann nicht alle diese Regeln befolgen? Würden wir dann nicht alle den gleichen Weg gehen? Und wären wir dann nicht alle zwangsläufig erfolglos?

Wenn Du ein Kunstwerk erschaffen willst, macht es manchmal Sinn die Leinwand erst mal zu verunstalten. Fehler zu machen. Zu experimentieren. Nur wenn Du Dich traust, vom rechten Weg abzukommen, kannst Du Deinen eigenen Weg finden. Nur wenn Du den Mut besitzt, etwas anders zu machen als andere, kannst Du Einzigartigkeit erlangen.

Mach es so, wie Du es für richtig hältst. Und dann spielt es am Ende keine Rolle, ob jemand anderes denkt, er könne das was Du gemacht hast besser machen, weil er DIESE Fehler bestimmt nicht machen würde… Es ist und bleibt Dein Fehler! Feiere jeden einzelnen von ihnen…. 🙂 🙂 🙂

Auf Bald Ihr Lieben!

Gruß

Sandra

Ps.: Für Rechtschreibfehler in Blogeinträgen möchte ich mich vorab entschuldigen! 🙂 Ich schreibe diese meistens schnell runter, möchte Euch ein möglichst ungestelltes Bild geben… aber sie werden in der Regel schnell wieder beseitigt. 🙂 🙂

One Reply to “So geht das aber nun wirklich nicht!!!!”

  1. Sandra – Dein Post spricht mir aus der Seele. Und er ermutigt mich, nicht soooo sehr auf das Urteil derer zu hören, die glauben, alles besser zu können und besser zu wissen …
    Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Marianna

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