Vorbereitungen treffen…

Hallo Ihr Lieben!

Während die Sonne warm vom Himmel fällt auf einen wunderschönen Platz im niederländischen Zeeland und das Meer mit einer frischen Brise lockt, sitze ich an meinem Lieblingsarbeitsplatz. Der Terrasse im Grünen. Und statt endlich am neuen Roman zu arbeiten, bastele ich an der Homepage und bereite mich auf die nächsten Wochen vor. Es wartet nämlich eine Lesung und eine Online-Leserunde via lovelybooks.de. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – habe ich beschlossen, Euch noch schnell ein paar Zeilen da zu lassen.

In einer Facebook Community für Autoren fragte eine Memberin nach den Erfahrungen der „alten Hasen“. Wie es ihnen so ergangen wäre mit den Veröffentlichungen ihrer Romane. Und während ich noch eine Antwort tippe, fällt mir auf, dass diese vermutlich viel zu lang werden würde. Wie kann man einen solch großen Schritt – eine Lebenserfahrung – bloß in kurze Worte fassen? Zumal, wenn man Autorin ist? 🙂 Ich habe also eine etwas abgekürzte Antwort gegeben und möchte ihr und Euch hier nun die ausführliche Reise präsentieren. Eine der schönsten in meinem Leben bisher! 🙂

Also am Anfang steht wohl bei jedem Autor ein Traum. Einmal einen Roman schreiben. Das eigene Buch in den Händen halten. So auch bei mir. Schon von klein auf wollte ich schreiben „können“. Naja gut… lieber wäre ich Sängerin geworden. Doch der liebe Gott (oder wer auch immer) gab mir mehr Talent zum Schreiben als zum Singen. 🙂 Und so schrieb ich hier und da ein paar Zeilen. Kurzgeschichten und Romane. Aber nichts, dass man anderen hätte vorlegen können (oder wollen). Doch dann…. im Sommer 2015 setzte ich mich hier, auf dieser Terrasse an den PC und begann zu schreiben. Die Geschichte von Alexandra und ihrem Lottogewinn. Und ich schrieb und schrieb. Und von da an schrieb ich, wann immer ich Zeit finden konnte und wo auch immer es mir in den Sinn kam.

Ich genoss die große Freiheit, die die heutige Technik mit sich bringt und nutzte jeden Urlaub, jeden freien Moment, den ich irgendwie abknapsen konnte, um meine Geschichte weiter zu schreiben. Nach vielen Wochen und Monaten voller Recherche und Arbeit stand das lang ersehnte Wort endlich auf dem Bildschirm:

Und nun? … So viel Mut, den Roman gleich in die große Welt hinaus zu schicken hatte ich nicht. Also habe ich ihn drucken lassen und einer lieben und vor allem ehrlichen Freundin gegeben. Ich musste ein paar Tage bangen, bis sie ihn zu Ende gelesen hatte. Es war nicht leicht, sie nicht alle zwei Minuten anzurufen und zu fragen, wie sie ihn wohl finden würde. Doch sie fand ihn richtig gut… und ein Roman war geboren.

Doch schön langsam mit den jungen Pferden. Eine Idee alleine macht noch kein Buch. Also ging die Recherche los. Welche Verlage gibt es? Bei welchen könnte ich meinen Roman unterbringen? Ich machte eine lange Liste und schrieb nicht weniger als dreißig Verlage an. Bei den meisten war bereits etwas ähnliches vermerkt wie „wenn Sie binnen x Monaten nichts von uns hören, sind wir leider nicht an Ihrem Roman interessiert„. Ich machte mir von Anfang an wenig Hoffnung. Ein bisschen wie im Roman. Der berühmte Jackpot.

Wer ein wenig recherchiert, der weiß, dass die Chancen bei einem Verlag unter Vertrag zu kommen gering sind. Es gibt sie durchaus, diese glücklichen und schicksalhaften Wendungen. Doch sie sind eher die Ausnahme. Und das gute alte Land der Dichter und Denker ist seit der Erschaffung von Plattformen für Selfpublisher auch einfach wieder viel lauter geworden.

Ich informierte mich also parallel schon mal über die Möglichkeit es „selbst zu tun“. Und je mehr ich mich eingelesen hatte in die Thematik, desto begeisterter wurde ich von der Idee. Alles selbst entscheiden. Alles selbst organisieren. Am Puls der Zeit sein. Marketing hautnah erleben. Nicht abhängig davon zu sein, dass jemand an mich glaubte. Sondern selbst an mich zu glauben… So schlecht klang es gar nicht. Nun gut… man macht als Selfpublisher auch gewaltige Abstriche. Aber ich bin heute sehr froh darüber, dass Ende 2015 meine Entscheidung endgültig fiel. Ich verlege mich selbst…

Soweit so gut. Ich hatte mich also auf die Suche nach einem Partner gemacht. Und war alsbald auf Warnungen vor Verlagen und / oder Plattformen gestoßen, die das Geld ihrer treuen Kundschaft (Selfpublishern) nahmen und zwar nicht zu wenig davon, demgegenüber allerdings keine tatsächlichen Leistungen erbrachten. Oder zumindest nicht die Leistung, die man wohl erwarten würde. Ich stieß bei meinen Recherchen dann auf Books on Demand. Und das Prinzip überzeugte. Ein Betrag X für die Einrichtung, eine Tantieme per Buch später für mich. Und kein Stapel unverkaufter Bücher. Bei Bestellung wird gedruckt.

Mir war es vor allem wichtig, später nicht nur ein Ebook, sondern auch ein Taschenbuch mein eigen nennen zu können, was zu dem Zeitpunkt andere Verlage ausschloss. Gesagt getan. Fehlte noch der Kleinkram… wie z.B. ein Buchcover.

Cover Jackpot vor Überarbeitung 2017

Los ging es mit der Marketing Kampagne. Ich erarbeitete ein Cover. Führte mehrere Korrekturläufe durch. Legte die Parameter für das Buch fest (welcher Einband, welches Papier, etc.) und lud die Dateien bei BoD hoch. Und?

„FEHLER“… 🙁

Na toll. Also noch mal ausprobieren. Neu hochladen und wieder: „FEHLER“.

So ging das einen ganzen quälenden Abend lang. Obwohl ich mich doch tapfer dazu erst hatte überreden müssen, diesen Schritt nun tatsächlich endlich zu gehen.

Nach erneuter Recherche im Internet stellte sich heraus, dass es schlichtweg am Tag lag. Kurz vor der Leipziger Buchmesse, an einem Wochenend-Tag. Natürlich KONNTE das einfach nicht klappen. Also am Montag Abend der nächste Versuch. Und siehe da! Es klappte. Noch einmal tief durchatmen. Noch einmal gut abwägen, ob ich wirklich so weit war…. und „Bestätigen“.

Und dann geschah erst mal nichts. 🙂 Das Einrichten der Buchdateien dauerte ein paar Tage und verzögerte sich durch den Andrang auf Grund der Leipziger Buchmesse. Und dann endlich kam der Tag, da ich es endlich endlich endlich endlich in den Händen halten konnte.

Fast 400 Seiten.

Von mir geschrieben.

Jedes Wort. Jede Seite.

Von mir erstellt. Figuren, die ich zum Leben erweckt hatte und die ich eine Geschichte hatte erleben lassen. Orte. Tage. Erlebnisse… all das von mir erschaffen und in meinen Händen.

Ein irre tolles Gefühl!!!!!! Und jede schlaflose Nacht. Jeden durchgearbeiteten Urlaubstag. Jede Stunde Recherche, Korrektur, Recherche, Korrektur, Schreiben wert!!!

Und das Glück blieb mir hold. Ich konnte die Buchhandlung meiner Kindheitstage dazu überreden, meinen Roman in ihr Sortiment aufzunehmen:

So lag dort nun – in dem Buchladen, in dem ich als Kind nach Büchern geschaut habe – „mein Werk“ zwischen all den anderen Büchern. Als wäre es eines von ihnen. Und das ist es auch. Doch in meinem Kopf, kommt es nach wie vor nur selten an.

Sogar in die Zeitung habe ich es geschafft. Ebenfalls ein großer Meilenstein auf der Reise! 🙂 Das war vielleicht ein toller Morgen! 🙂

Heute. Da habe ich einige Hundert von meinem ersten Roman verkauft. Und durch eine Gratis-Aktion zu Beginn sogar über 5.000 Exemplare vom zweiten Roman. Und mir fallen einige Anekdoten ein, die ich hier noch einbauen wollen würde. Weil sie für mich dazu gehören. Weil sie das sind, was das Schreiben ausmacht. Begegnungen mit anderen Menschen, die meine Worte gelesen, verstanden und erleben konnten… DAS ist der größte Lohn und der tollste Moment beim Schreiben.

Ich bekomme bis heute noch Absagen von den Verlagen, nach fast zwei Jahren. 🙂 Meinen zweiten Roman habe ich direkt mit BoD veröffentlicht und nicht einem anderen Verlag vorgelegt.

Und auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse, habe ich BoD besucht. Und wir haben „uns einfach mal dazwischen gemogelt“. Hihihi.

Nach anfänglichen Zweifeln durch die fehlenden Zusagen von Verlagen, bin ich heute froh darüber. Es hat beides Vor- und Nachteile. Also das Veröffentlichen als Selfpublisher und das Veröffentlichen mit einem Verlag im Hintergrund.

Jeder sollte das tun, was er für sich als richtig empfindet. Und ich wünsche Euch für Euren Weg dahin ganz viel Glück!! Aber (!!!) auch wenn mal eine Absage ins Haus trudelt… oder zwei… lasst Euch Euren Traum  nicht nehmen. Die Gründe hierfür können vielseitig sein. Es bedeutet nicht unbedingt, dass Ihr nichts taugt!! Glaubt an Euch. Und lebt Euren Traum. Wichtig ist nicht, wie viele Bücher ihr am Ende verkauft habt, sondern wie viel Spaß und Freude Euch diese Reise bringt! Und vertraut mir… die kleinen Wunder passieren einfach so. Nebenbei.

Sandra Meijers Werke in der Stadtbücherei ihrer alten Heimatstadt

By the way… dies waren gar nicht alle Antworten auf die Fragen. Doch mein Laptop Akku schwindet allmählich dahin und ich muss jetzt wirklich mal ans Wasser!!! 🙂  Also macht Euch auf eine Fortsetzung gefasst.

Bis dahin genießt die Sonne!

Groetjes

Sandra

 

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